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Bankfilialen schließen: Was sollen Kunden tun?

Wie sich Verbraucher an veränderte Serviceangebote anpassen können

von Stein Brosig

In vielen Regionen Deutschlands verschwinden klassische Filialen aus dem Stadtbild. Für zahlreiche Kundinnen und Kunden bedeutet das längere Wege und veränderte Abläufe im Alltag. Dieser Artikel erklärt vorsichtig mögliche Gründe für diese Entwicklung, zeigt denkbare Handlungsansätze und gibt Hinweise, wie sich Nutzerinnen und Nutzer auf die neue Situation einstellen können.

Autor: Miriam Vogt, Verbraucherschutzexpertin
Datum: 05. November 2025


Rückgang der Filialstandorte

In den vergangenen Monaten wurde in verschiedenen Medien berichtet, dass immer mehr Filialstandorte schließen. Diese Tendenz ist nicht überall gleich ausgeprägt, doch viele Verbraucherinnen und Verbraucher nehmen sie wahr. Fachleute vermuten, dass veränderte Gewohnheiten, höhere Anforderungen an digitale Strukturen und Kostendruck eine Rolle spielen könnten. Während frühere Generationen bestimmte Dienstleistungen ausschließlich vor Ort erledigten, nutzen heute viele Menschen zunehmend digitale Kanäle.

Vom Standard zur Online-Beratung

Der Besuch in der Filiale galt lange Zeit als Standard. Dort konnten Mitarbeitende persönliche Unterstützung bieten, Formulare erklären oder bei Fragen direkt weiterhelfen. Mit dem Wandel hin zu Online-Angeboten verlagern sich Dienstleistungen in digitale Räume. Zwar kann dies für manche Menschen komfortabler sein, doch nicht alle fühlen sich mit neuen Techniklösungen gleichermaßen wohl. Speziell ältere Kundengruppen äußern häufig den Wunsch nach persönlicher Beratung.

Nutzung verfügbarer Hilfsmittel

Verbraucherorganisationen empfehlen, zunächst alle verfügbaren Informationskanäle zu nutzen. Viele Institute stellen Telefonhotlines, Video-Ident-Verfahren oder digitale Beratungsrunden bereit. Diese Formate sollen sicherstellen, dass Kundinnen und Kunden weiterhin Unterstützung erhalten. Allerdings können Zugänge und Bedienoberflächen variieren, weshalb es sinnvoll ist, sich Zeit zu nehmen und gegebenenfalls Unterstützung im eigenen Umfeld zu suchen.

Alternative Servicepunkte prüfen

Ein weiterer Schritt könnte darin bestehen, alternative Standorte in angrenzenden Stadtteilen zu prüfen. Manche Regionen bieten zumindest einzelne Servicepunkte an, an denen grundlegende Abläufe möglich bleiben. Darüber hinaus gibt es mobile Beratungsangebote, die in regelmäßigen Abständen verschiedene Orte im Umkreis besuchen. Informationen zu solchen Terminen werden oft über lokale Medien oder Aushänge bekanntgegeben.

Hybride Modelle gewinnen an Bedeutung

Die Digitalisierung bedeutet jedoch nicht automatisch, dass persönliche Betreuung entfällt. Einige Anbieter arbeiten daran, hybride Modelle zu etablieren: digitale Terminvereinbarung kombiniert mit einer Beratung vor Ort, wenn notwendig. Diese Angebote können helfen, Wartezeiten zu verkürzen und Abläufe besser zu planen. Finanzexperten raten, Terminreservierungen im Voraus auszuprobieren, da sie den Prozess strukturieren.

Unterstützung beim Umgang mit Technik

Für Menschen, die Schwierigkeiten mit technischen Anwendungen haben, können VHS-Kurse, Nachbarschaftsinitiativen oder öffentliche Beratungsstellen hilfreich sein. Dort lassen sich Grundlagen wie sichere Passwörter, Navigation in Online-Oberflächen oder das Verstehen digitaler Dokumente trainieren. Zwar erfordert dies etwas Zeit, doch der Zugewinn an Selbstständigkeit wird von vielen Teilnehmenden positiv wahrgenommen.

Wichtige Unterlagen sicher organisieren

Für den Umgang mit wichtigen Unterlagen kann es ratsam sein, Ordnerstrukturen und Ablageorte zu definieren. Auch das Notieren von Zugängen auf sicheren Wegen wird häufig empfohlen. Sicherheitsexperten betonen, dass Vorsicht beim Teilen persönlicher Daten oberste Priorität hat. Im Zweifel sollte immer direkt nachgefragt werden, bevor Informationen preisgegeben werden.

Fazit: Schrittweise Orientierung

Zusammenfassend lässt sich feststellen, dass das Schließen von Filialen für viele Menschen eine Herausforderung darstellt. Gleichzeitig entstehen neue Dienstleistungsformen, die langfristig zusätzliche Möglichkeiten bieten könnten. Wer sich informiert, Beratungsgespräche nutzt und sich schrittweise mit digitalen Angeboten vertraut macht, kann auch in einer veränderten Umgebung handlungsfähig bleiben. Eine universelle Lösung existiert nicht, doch gelassene Orientierung und moderate Anpassung helfen, Unsicherheiten zu reduzieren.

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